Pressemitteilung vom 04.08.2017

Tegeler Gespräch zum ersten mal auf dem Schiff

Christine Haderthauer, MdL und Staatsministerin a.D. und Dr. Frank Steffel, MdB und Direktkandidat für Reinickendorf in Tegel

Mit einer Premiere gingen die Tegeler Gespräche in die 54. Runde. Erstmals wurde die politische Gesprächsreihe auf dem Wasser veranstaltet. An Bord der von der Reederei Markus Bethke betriebenen „BERLIN“ ging es auf den Tegeler See – da gab es kein Entkommen.


Dirk Steffel, Vorsitzender der CDU-Tegel und Mitglied der BVV, rief einst die Tegeler Gespräche ins Leben. Er betonte: „Als wir vor vielen Jahren mit dieser Gesprächsreihe gestartet sind, konnten wir uns erstens gar nicht vorstellen, dass es 54 Gespräche werden würden und das 55. Gespräch ist schon in Arbeit. Zweitens konnten wir uns gar nicht vorstellen, dass eine Gesprächsreihe einmal auf einem Ausflugsschiff stattfinden würde. Warum sind wir eigentlich nicht schon viel früher auf diesen Gedanken gekommen?“


Unterstützung aus Bayern

Referentin bei den 54. Tegeler Gesprächen war auch Christine Haderthauer. Seit inzwischen 14 Jahren vertritt die CSU-Politikerin Ingolstadt, Deutschlands jüngste Großstadt, als direkt gewählte Volksvertreterin im Bayerischen Landtag. Von Oktober 2007 bis Oktober 2008 bekleidete sie das Amt der CSU-Generalsekretärin und war damit die erste Frau in den Reihen der CSU für diese Position. Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung war sie von Oktober 2008 bis Oktober 2013. Im Anschluss leitete Christine Haderthauer die Bayerische Staatskanzlei und war Staatsministerin für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben bis September 2014. Dabei stammt sie gar nicht aus dem Freistaat Bayern. Im hohen Norden, in Neumünster in Schleswig-Holstein, kam sie 1962 zur Welt und ist von Beruf Rechtsanwältin.


Skandalprojekt BER

Die Bayerische Staatsministerin a. D. führte unter anderem aus: „Ich weiß ja, Berlin ist für die Union kein leichtes Pflaster.“ Darum sei es lobenswert, wie sehr sich die Parteifreunde hier engagieren, gerade jetzt im Bundestagswahlkampf. Zum Flughafenprojekt führte Christine Haderthauer aus: „Der BER ist der größte Skandal, seit man denken kann.“ Ebenso sei er ein Paradebeispiel dafür, wozu „Staatsdirigismus, der keinen Wettbewerb zulässt, führen kann. Der jahrelange Pfusch ist das Ergebnis.“


Rente für Mütter

Sie verteidigte die Mütterrente, die „auch auf mein stetiges Betreiben hin endlich verwirklicht worden ist.“ Eine Hausfrau, die drei Kinder großgezogen hat, habe das Anrecht auf eine monatliche Rente von 90 Euro erworben. Generell müsse „die Bevölkerung nicht verächtlich über den Beruf Hausfrau reden. Wer einmal Kinder großgezogen hat weiß, dass so mancher Mann sich freut, ins Büro gehen zu können und hat dort seine Ruhe. Die Kinder verbleiben ja bei der Frau.“


Handwerk hat goldenen Boden

Ebenso müsse man den handwerklichen Beruf stärken, was die Anerkennung angeht. Nicht jedes Mal ist ein Studium zielführend. Eine funktionierende Gesellschaft brauche auch funktionierende Handwerksbetriebe. „Rufen Sie doch jetzt einmal einen Maurermeister an, der Ihnen eine Wand hochziehen soll. Sie werden wochenlang, wenn nicht sogar monatelang, auf einen Termin warten müssen.“ Daher war es auch die Bayerische Staatsregierung, die sich „von Anfang an dafür eingesetzt hatte, dass ein Meisterbrief zum Studium ohne Abitur berechtigt.“


Pluspunkte für Merkel

Der direkt gewählte Reinickendorfer Bundestagsabgeordnete Dr. Frank Steffel, zugleich Kreisvorsitzender der Reinickendorfer CDU, betonte an Bord der BERLIN: „Bundeskanzlerin Angela Merkel kann eine einwandfreie Bilanz vorweisen. Heute findet jeder in Deutschland Arbeit, der Interesse daran hat. In ganz Europa haben wir die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit. Das darf man bei aller Bescheidenheit auch mal sagen.“


Mehr Raum für die Familie

Unter den Gästen an Bord traf man auch Reinhard Führer an. Er war von 1999 bis 2001 Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Reinhard Führer sagte im Pressegespräch: „Es war eine beeindruckende Veranstaltung. Besonders hat mich angesprochen, dass Frau Haderthauer der Familienpolitik einen breiten Raum gewidmet hat.“ Text von Volkert Neef