Pressemitteilung vom 16.02.2020

Sigmar Gabriel begeistert rund 300 Besucher beim 62. Tegeler Gespräch

Zitat Sigmar Gabriel: "Ein Vegetarier unter Fleischessern"

Der ehemalige SPD-Vorsitzende und Außenminister a.D. fand so viele Interessenten,  dass die Tegeler Gespräche zum ersten mal in den Palais am See umziehen mussten. In seiner Einführungsrede stellte MdB und Co-Gastgeber Frank Steffel mit Blick auf die politische Situation in Thüringen und unter viel Beifall fest, dass es keine Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD geben könne. Völkische Politiker und Holocaust-Verharmloser seien keine Partner der CDU. Dasselbe gelte aber auch für die Linkspartei, in der immer noch die Verleugnung der DDR als Unrechtsstaat weit verbreitet sei.

Sigmar Gabriel gab eine Einschätzung der globalen Situation. Mit und ohne den Präsidenten Donald Trump werden sich die USA weiter aus der Rolle des Weltpolizisten zurückziehen, während Russland mit seiner schwachen Wirtschaft weiter auf militärische Macht setzen und China seinen Einfluss gerade mit wirtschaftlicher Stärke ausbauen wird. Gabriel mahnte, dass die Europäer ihre Interessen definieren und auch durchsetzen müssten. Leider zeigen sie hierbei nur sehr verhalten Leidenschaft und Engagement. Und eine Lehre der Außenpolitik ist: Es gibt kein Vakuum. Immer, wo eine Lücke hinterlassen wird, wird sie sofort gefüllt. Sigmar Gabriel zeigte es am Beispiel Ungarns und Griechenlands, wo nach wirtschaftlichem Engagement sofort das Abstimmungsverhalten in der EU pro-chinesische Züge annahm. 

Der Applaus der Gäste galt einem Politiker, der nicht nur konträre Interessenlagen auf universitärem Niveau beschrieb, sondern auch ohne Rücksicht auf Partei oder Fraktion sprechen konnte.